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Datenbank (Stand 02/2010)
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4 Score 2 (CVD risk)
3 Score 3 (CVD risk)
2 Prädiktion, Funktion, Prävention (Journal of      preventive medicine 2008)
1 Tablet PC in der Arztpraxis (dt. Ärzteblatt)
2 Mobile Klienten - mobile Diagnostik (Journal of      preventive medicine, 04/2008)
2 Chronischer Stress (Journal of preventive      medicine, 03/2007)
2 BrainStim – Hirnstimulation als Präventions- und      Therapiemaßnahme (NeuroGeriatrie, 2007)

2 BrainStim – Wirksamkeit eines neu
     entwickelten kognitiven Trainingsprogramms
     bei MS (Neuro Rehabil, 2008)


 


Burn-Out

Stressreaktionen des Körpers sind eigentlich lebenserhaltende Antworten des Organismus zur Erhaltung der körperlichen und seelischen Unversehrtheit.
Jeder hat es bereits irgendwann einmal erlebt: Eine kurze „Schrecksekunde“ zB. im Straßenverkehr oder im Haushalt verursacht eine schnelle und heftige Reaktion mit Schweißausbruch, Anstieg von Pulsschlag und Blutdruck, kalten Händen und kalter Nasenspitze.
Ganz anders jedoch sind die biologischen Reaktionen, wenn dauerhafte physische Belastung, wie Schmerz, grosse Hitze, dauerhafte Überanstrengung oder seelische Verletzungen in der Familie, in der Beziehung oder im Beruf zum Dauerstress führen. In diesem Fall kommt es zunächst zu einer erheblichen Mehrausschüttung von Stresshormonen, bis die Drüsensysteme langsam kontinuierlich erschöpfen und ein typisches Burnout resultiert.
Kommt es dann noch zu einer verstärkten Reaktion des Immunsystems (immunologischer Stress) entsteht eine dauerhafte zentral gesteuerte Müdigkeit mit Leistungsverlust und hoher Infektanfälligkeit und nicht selten schwerwiegende Multisystemerkrankungen.
Jeder Mensch hat eine eigene persönliche Form von Stresstoleranz, mit der die Symptome und die Auswirkungen kompensiert werden. Ist diese Stresstoleranz jedoch niedrig, sind die Symptome und die damit zusammenhängenden biologischen Veränderungen erheblich stärker.

Burnout und Müdigkeit
Dauerhaft vermehrte körperliche und seelische Belastung, sowie lang anhaltende Traumen, führen durch dauerhafte Erschöpfung der Stresssysteme mit  Müdigkeit, Leistungsverlust, Kraft- und Lustlosigkeit, sowie Entmutigung. Das Ausgebranntsein verläuft in typischen Phasen, wie anfängliche Begeisterung, Stillstand, Frustration, sowie Apathie und Burnout.
Die wesentlichen Symptome sind
Physisch: Energiemangel, Schwäche, Störung von Libido und Sexualität, Schlafstörungen, sowie psychosomatische Beschwerden).
Psychisch: Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit, innere Leere, Reizbarkeit, Ärgergefühl
Kognitiv: Denk- und Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Verlust an Kreativität, negative Einstellung und Zynismus
Soziodynamisch: sozialer Rückzug, Verlust von Mitgefühl
Die typischen neurobiologischen Veränderungen, welche heute sämtlich messbar sind, zeigen sich in einer hormonellen Schwäche und typischem Neurostress, wie

  • Veränderung des Tagesrhythmus, erkennbar am Cortisol (wichtigstes Stresshormon der Nebennierenrinde)
  • Minderung der Stresshormone Noradrenalin, Dopamin, Serotonin  mit Balanceverlust
  • Minderung der Fortpflanzungsfunktion, erkennbar an Hormonstörungen von LH, Testosteron beim Mann, sowie Estradiol bei der Frau.

Sämtliche Symptome lassen sich allein durch die neurobiologischen Veränderungen kausal erklären.
Aus psychosoziologischer Sicht ist Wahrscheinlichkeit für Burnout in großem Maße von dem Grad der Verausgabung und einer verminderten Gratifikation bestimmt, was zum Teil durch widrige Arbeitsbedingungen durch die in Deutschland besonders ausgeprägten Top/Down-Hierarchie im Management verursacht wird. So ist es kein Wunder, dass permanente Erschöpfung, Lustlosigkeit und Freudlosigkeit im Beruf deutlich zunehmen, insbesondere unter Führungskräften, Managern , Lehrern, Pfarrern und Ärzten. Die typischen Folgen sind bei Nichtbeachtung Ohnmachtszustände, Herz/Kreislaufprobleme und Hörsturz.

Wann sollte man an Stressursachen denken ?
Immer wenn Sie folgende Wahrnehmung und Veränderung spüren, wie:

  • Subjektive Stresssymptome
  • Nervosität
  • Schlaflosigkeit
  • Energielosigkeit
  • Müdigkeit
  • Muskelverspannung
  • Kopfschmerzen
  • Verdauungsbeschwerden mit Neigung zu Durchfällen
  • Brustenge (Atembeschwerden oder Herzschmerzen)
  • Libidoverlust
  • Angst
  • Depression oder Depressivität
  • Erhöhter Blutdruck
  • Beschleunigter Puls über 70/Min
  • Dauerhafte persönliche Konflikte
  • Berufliche starke Belastung
  • Persönliche familiäre Probleme
  • Schwerwiegende Lebensereignisse oder Krisen mit Konflikten, Isolation oder Trauma.

Zur Überprüfung der äusseren und inneren Stressursachen, empfehle ich den Stresstest durchzuführen (PDF-Dokument zum download)
Fühlen Sie sich ausgebrannt, erschöpft, kraftlos empfehle ich den Burn out-Test nach Maslach.
Zur Diagnostik der biologischen Stress-Veränderungen im Körper empfehle ich:

  • Untersuchung des Stresshormons Cortisol im Speichel, zum Zeitpunkt 8, 14, 20 Uhr. Cortisol zeigt die Belastungssituationen, jedoch auch die Erschöpfung der NNR an. Cortisol ist das wichtige Energiehormon, welches dem Gehirn die notwendige biologische Energie liefert.

Gleichzeitig kann man im Speichel auch bei Frauen das wichtige Hormon Estradiol und bei Männern Testosteron bestimmen.

  • Zur Überprüfung und Messung der biologischen Veränderungen der Gehirnbotenstoffe (genannt Neurotransmitter) durch chronischen Stress, ist eine Messung der Katecholamine Adrenalin, Noradrenlin, Dopamin, sowie der Neurotransmitter Serotonin  im 2. Morgenurin zu empfehlen. Wir ermitteln dabei insbesondere die direkte Reaktion der stressbezogenen Neurotransmitter, bzw. deren Erschöpfung und die in Stresssituationen erhebliche Minderung des Glückshormons Serotonin.

Erhöhte Neurotransmitterwerte sind Zeichen der dennoch bestehenden starken Belastung, während erniedrigte Werte Zeichen der Erschöpfung sind.

  • Eine weitere Möglichkeit ist die Methode der Herzratenbestimmung, welches durch einen Brustgurt, der über 24 Std. getragen wird, zu ermitteln ist und der die in dieser Zeit auffälligen Stressveränderungen darstellt.

Die Behandlung bei chronischer Stressbelastung, Burnout und Müdigkeit ist stets integral, d.h. sie besteht aus einer Vernetzung von naturwissenschaftlich biologischen Methoden, sowie Verhaltensänderungen und Betreuung.

Die akute Therapie besteht aus 5 Säulen:

  • Ordnungstherapie nach Kneipp: Dabei wird empfohlen, die Tageslast auf den Sonnentag zu verlegen und vom Nachmittag, bzw. frühen Abend an keine emotionalen und physisch belastenden (Abendsport, stressige Auseinandersetzungen, aufregende Fernseh- oder Filmdarstellungen) aufzusuchen.
  • Erlernen von Entspannungstechniken, wobei jeder einzelne eine Methode seiner Wahl finden muss. Empfehlenswert sind dabei neben Yoga oder autogenem Training ach progressive Muskelentspannungen nach Jacobsen, das Erlernen von Achtsamkeits-Meditation (z.B. nach Jon Kabat-Zinn) oder auch Biofeedback (z.B. die Methode Biocomfort). Sinnvoll ist es allerdings tgl. mindesten 45 – 60 Minuten an den meisten Tagen der Woche zu erübrigen, um das aufgewühlte innere emotionale und physische System ausreichend herunter zu fahren.
  • Verhaltensänderung: Ausgangspunkt ist der Stresstest, welcher entweder eine erhebliche Belastung der äusseren Regulatoren (z.B. Zeitmanagement, physische Belastung durch Vorgesetzte, etc.) oder auch innere strenge Wertsysteme auf den Prüfstand bringt. Zu diesen inneren Verstärkern, welches Stresssituation erheblich biologisch verstärken, gehören die Überforderung, die mangelnde Abgrenzung, hohe übertriebene Selbsterwartung, Neigung zu Perfektion, Angst und mangelnde Gratifikation. Diese Veränderung der Verhaltensweisen erfordert in der Regel eine entsprechende Begleitung durch einen verhaltenstherapeutisch oder psychotherapeutisch geschulten Arzt, Psychologen oder Coach.
  • Aerober Ausdauersport, an den meisten Tagen der Woche, über 30 – 60 Minuten ist ein hervorragendes Mittel, um das Stresssystem nachhaltig zu regulieren. Dabei ist jede Ausdauersportart (von Walking, Nordic Walking, bis hin zum Schwimmen) dafür geeignet. Voraussetzung ist, dass jeglicher übertriebener Leistungswille und Kompetition ferngehalten werden.
  • Am Ende steht auch die Verordnung von naturheilkundlichen und wenigen Hormon-Stoffen, insbesondere von Mikronährstoffen, die für den biologischen Stoffwechsel der Gehirnbotenstoffe absolut unerlässlich sind, wie Magnesium, Vitamin B1, B3, B6, Folsäure und Vitamin B12, sowie SAMe (S-Adenosylmethionin). Zu diesen Mikronährstoffen sind insbesondere bei Burn out diejenigen Neurotransmittervorstufen ratsam, welche für die deutlich verminderten Botenstoffe wichtig sind, wie z.B. Tryptophan oder 5-HTP für die Produktion von Serotonin oder die Verordnung von L-Tyrosin, bze. Mucuna prurines (= Juckbohne), für die erniedrigt festgestellten Stresshormone Noradrenalin und Dopamin. Neurotransmitter sind wichtige Botenstoffe, welche für die Gehirnwachheit, für die Ausgeglichenheit, Angstfreiheit, innere Ruhe, Souveränität, Glücksempfinden und Regulierung des Hungergefühls Bede4utung haben.

Nach dieser anfänglichen Therapie ist es insbesondere bei Burnout wichtig, durch Verhaltensänderung das wieder Ausbrennen und wieder Verbrennen zu vermeiden, im Sinne einer Burnout-Prävention, für welche im Prinzip ähnliche Grundregeln gelten:

Burnout-Prävention

  • Erlernen von Entspannungstechniken, zur Verbesserung der Stresstoleranz.
  • Konkretes Wochensportprogramm
  • Achtsamer Umgang mit Ernährung und Genussmittel
  • Förderung von sozialen Kontakten und musischer Beschäftigung
  • Verbesserung der Beziehungskompetenz
  • Zielerkenntnisse und Sinnschaffung
  • Respektvoller Umgang mit Mitarbeitern in der Arbeitswelt
  • Sorge für realistische Arbeitspläne und deren Umsetzung, Verbesserung der Teamfähigkeit
  • Zeitsouveränität
  • Eigenbestimmtheit
  • Konstante Zufriedenheit
  • Toleranz in wichtigen unterschiedlichen Situationen und Rollensicherheit.


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