Nikotinabhängigkeit
Wie bei allen Suchtkrankheiten
erscheinen die Langzeiterfolge gering.
• Aber
bereits geringe Verbesserungen haben
volkswirtschaftlich enorme Auswirkungen
auf die Kosten der Krankenkasse etc.
• Erkenntnisse zur Abhängigkeit
und neue Forschungsergebnisse finden
sich bei der Welt Gesundheitsbehörde
unter: www.who.int/substance_abuse/en/
Das Wichtigste:
• Das ständige Auffordern,
das Rauchen einzustellen, ist effektiv:
Ein Muß für jede Arztpraxis.
• Jeder Arzt muss jeden Patienten darauf
hinweisen, immer wieder...
Die folgenden Ausführungen
stammen aus www.besttreatments.org
, einer Webseite, die für Patienten
und Ärzte in USA die Evidenz
aus Clinical Evidence ( www.clinicalevidence.com
) allgemein verständlich darstellt.
Der Suchtcharakter wird beschönigt.
• Nikotin ist eine Substanz, die stark
süchtig macht und einen
Suchtcharakter hat, der dem von
Opiaten, Kokain oder Amphetaminen
vergleichbar ist.
• Aufhören ist möglich
und mindestens für eine Zeit
lang realistisch.
Der gesundheitliche Nutzen durch das Beenden des Rauchens ist hoch. Rauchen
verursacht zu 12% die großen Volkskrankheiten.
Als Einzelperson gewinnt
man an Gesundheit und Lebensjahren. Das Risiko für Erkrankungen
allgemein nicht nur des Herzens
(Infarkt etc.) oder von Krebs sinkt,
auch das Risiko für Tod. Der
Gewinn ist auch noch deutlich,
wenn das Rauchen erst in fortgeschrittenem
Alter aufgegeben wird.
Die Mehrzahl
der Raucher will es ´alleine
schaffen`....
• Aber nur 5 - 10% dieser Versuche
sind erfolgreich über eine
begrenzte Zeit.
• Dabei
erscheint das abrupte Aufhören ähnlich
erfolgreich wie das graduelle.
Leute, die bei der Raucherentwöhnung
helfen wollen, müssen sich folgende
Tatsachen vergegenwärtigen:
• Raucherentwöhnung
ist Hilfe über
mehrere Etappen, durchschnittlich über
5 - 7 Versuche.
• Raucherentwöhnung muss
nicht über
Monate ständig begleitet werden.
Hilfe ist während einer
Woche intensiv erforderlich, da
die meisten Rückfälle
während
der ersten beiden Tage erfolgen.
Für
welche Behandlung ist eindeutig
Wirkung bewiesen?
• Ratschläge geben, das Rauchen
aufzuhören. Selbst die einmalige
Aufforderung führt bereits
zu einer erhöhten Rate an
Personen, die das Rauchen beenden.
Intensivere und häufigere
Aufforderungen erscheinen erfolgreicher.
• Man erreicht durch die kurzen Aufforderungen
bereits, dass 2% der Raucher das
Rauchen über
mindestens ein Jahr aufgeben.
• Dabei
sind die Erfolge von Ärzten,
medizinischem Personal und die
von anderen geschulten Beratern ähnlich
hoch.
• Der Erfolg ist höher, wenn
man spezielle Beratungstermine
anbietet und die Aufforderung nicht
im normalen Praxisablauf (zusätzlich
zu der dort geleisteten Arbeit)
angeboten wird. Telefonberatung
und Informationsmaterial scheint
die Erfolge zu verbessern.
Ohne Ratschläge hören
4 von 100 Menschen für mindestens
ein Jahr das Rauchen auf, mit kurzer
Beratung.
Der Unterschied mag nicht hoch erscheinen, aber es hilft Tausenden, wenn man
es auf die Bevölkerung der BRD bezieht.
Für
welche Behandlung ist eindeutig
Wirkung bewiesen?
• 17% der Patienten mit
Nikotinersatzpräparaten
sind nach 6 Monaten noch erfolgreich,
gegen 10% ohne diese Behandlung.
• Dabei
ist die angewandte Methode nicht
von Bedeutung. Die Wirkung von Tabletten,
Sprays, Pflastern, Kaugummi etc.
ist gleich; der Patient kann nach
seinen Vorlieben entscheiden.
Starke Raucher haben Vorteile von
höherer Dosierung des Nikotinersatzes,
weniger von begleitender (supportiver) Gesprächsbehandlung.
• Nikotinersatz
wirkt auch ohne Beratung und ohne zusätzliche
Medikamente. Kombinationsbehandlungen
erhöhen den Erfolg.
• Für Bupropion, einen "Stimmungsaufheller" (Antidepressivum).
Es wirkt nach 6 Monaten mehr
als keine Behandlung, ganz egal,
ob die Patienten depressiv sind
oder nicht.
• Die Kombination
von Medikament und Pflaster wirkt besser als das
Pflaster allein, aber nicht besser
als das Medikament allein (Basis
ist aber nur eine gute Studie).
Nikotinersatz und Buproprion SR
(sustained release) erscheinen aufgrund
der Datenlage als Methode der Wahl,
jede Maßnahme für sich
führt zu einer Verdoppelung
der "Erfolgreichen" im
Vergleich zu Plazebo.
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