Osteoporose
Osteoporose
ist kein Altersproblem! Bereits
mit 50, am Anfang der Wechseljahre
hat bereits die Hälfte der Frauen Auffälligkeiten am Knochen. Osteoporose
(= abnehmende Knochenstärke) kann bereits bei 50 Jährigen zu Brüchen
der Wirbel führen. Abnahme der Körpergröße ist das von außen
sichtbare Zeichen. Entscheidender ist aber, dass man ganz allgemein anfälliger
für Krankheiten wird, wenn man Wirbelbrüche hat.
Aus großen Beobachtungsstudien (Evidenzklasse
II) kann eine Hochrisikogruppe abgegrenzt werden:
Dazu zählen eine Vielzahl von Risiken wie Alter über 70 Jahre, physikalische
Inaktivität, Medikamente (z.B. solche gegen Epilepsie), Essstörungen,
Magenoperationen usw.
Dazu zählen auch Frauen mit niedriger Knochendichte am Beginn der Wechseljahre.
Der Risiko-Kalkulator
ist Allen ab 40 zu empfehlen.
Die "Messung
der Knochendichte" ist nicht
ausreichend. Der Risikotest ist genauer.
Menschen mit chronischen Erkrankungen
oder diejenigen, die Cortison einnehmen
müssen, sollten in jedem Alter
getestet werden. Männer mit "Testosteronmangel" sind
gefährdet: 5 % mit 40 und bis
zu 70 % mit 70 Jahren.
Prävention
Ab ca. 65 Jahre braucht jeder Mensch eine wirksame Maßnahme, um sein
Risiko für die bekannten "Altersbrüche" (Oberschenkel,
Arm) zu senken. Als Basismaßnahmen gehören Calcium & Vitamin
D, Sport und Ernährung dazu. Allein reichen sie aber keinesfalls aus.
Menschen, die sich um ihre Knochen kümmern und laut Risikokatalog nicht
zur Hochrisikogruppe gehören, können zwischen verschiedenen Möglichkeiten
wählen.
Es gibt Sportprogramme, die den "Knochenverlust" (z. B. in den Wechseljahren)
weitestgehend verhindern: Walking und Tanzsport sind wohl am ehesten zumutbar
und längerfristig durchführbar. Höhere Intensität bringt
mehr. Dauersport im Langstreckenbereich ist nicht günstig.
Ausgleich der mit dem Alter verminderten körpereigenen Hormone ( DHEA
der Nebenniere, Wachstumshormon, Testosteron beim Mann und Östrogene und
Gelbkörperhormon bei der Frau) trägt weiter dazu bei, die Knochenstärke
zu erhalten. Sicher ist, dass diese Maßnahmen alleine nicht ausreichen,
um Brüche zu verhindern. Ob die ergriffenen Maßnahmen den Knochenabbau
auch stoppen, lässt sich kurzfristig nur über Blutuntersuchungen
feststellen. Die Knochendichteuntersuchung kann frühestens nach 1 Jahr
(besser nach 2 Jahren) eine Zunahme der Stärke der Knochen ausweisen.
Aber
nicht nur Frauen, sondern auch
Männer
sind gefährdet!
In jungen Jahren sind das Männer mit niedrigen männlichen Hormonen
(Testosteron). Im Alter von 40 Jahren betrifft der Mangel an Testosteron 5%
der Männer, mit 65 aber bereits über 50%. Wer längere Zeit Cortison
einnehmen muss, oder wer an einer chronischen Erkrankung leidet (z.B. Darmerkrankung,
wie Colitis oder "Crohn") ist in jeder Alterstufe durch Osteoporose
betroffen. Unabhängig ob Mann oder Frau betroffen sind, es muss "etwas
getan werden". Ab 65 Jahre braucht jeder Mensch eine wirksame Maßnahme,
um sein Risiko für die bekannten "Altersbrüche" (Oberschenkel,
Arm) zu senken.
Literatur
Jacques P. Brown, Robert G. Josse and The Scientific Advisory Council of the
Osteoporosis Society of Canada . 2002 clinical practice guidelines for the
diagnosis and management of osteoporosis in Canada . CMAJ • November 12, 2002;
167 (90100 )
Best Practice Evidence-Based Guideline: Hip Fracture Amongst People Aged 65
Years and Over http://www.nzgg.org.nz/library/gl_complete/hip_fracture/index.cfm
SIGN, Juni 2003. Management of osteoporosis. A national clinical guideline.
Siris ES et al. Identification and Fracture Outcomes of Undiagnosed Low Bone
Mineral Density in Postmenopausal Women. Results From the National Osteoporosis
Risk Assessment. JAMA. 2001;286:2815-2822
Miller PD, Siris ES, Barrett-Connor E et al. Prediction of fracture risk in
postmenopausal white women with peripheral bone densitometry: evidence from
the National Osteoporosis Risk Assessment. J Bone Miner Res 2002 Dec;17(12):2222-30
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